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Server und Daten eines Bulletproof-Hosters beschlagnahmt


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Daten von über 3.000 Nutzern des an Cyberkriminelle gerichteten Bulletproof-Hosters Virtualine sind nun im Besitz der Polizei. Sie werden ausgewertet.

Auch die Polizei Hessen war an den jüngsten Maßnahmen gegen Virtualine beteiligt. Bild: pexels.com / Markus Spiske

Strafverfolger mehrerer Länder, darunter die Polizei Hessen, haben im Rahmen einer gemeinsamen Aktion große Teile eines Bulletproof-Hosters namens Virtualine vom Netz genommen und zugehörige Server und Kundendaten beschlagnahmt. Laut einer Pressemitteilung der US-Staatsanwaltschaft bot Virtualine seine Hostingdienste auch unter den Namen Secury, Massgod, Spamhouse, Lanedo und Omegatech an.

Wie bei Bulletproof-Hostern oft üblich, kooperierte Virtualine mit Cyberkriminellen und versicherte ihnen, ihre Daten vor Zugriffen durch Behörden zu schützen. In Hackerforen wurde Virtualine explizit für die Nutzung in Verbindung mit illegalen Aktivitäten wie Phishing oder Kreditkartenbetrug beworben. Lediglich Kinderpornografie und Terrorismus schloss der Anbieter offiziell aus.
 

Mindestens ein Kunde soll Gerichtsakten zufolge aber dennoch Kinderpornografie über Virtualine verbreitet haben. Trotz zahlreicher Hinweise von Behörden, Anwälten und einer Kinderschutzorganisation soll der Hoster dennoch weiter mit diesem Kunden zusammengearbeitet und ihm sogar im Anschluss noch dabei geholfen haben, eine neue Website für seine illegalen Aktivtäten bereitzustellen. Der Betreiber von Virtualine stritt diese Vorwürfe in einem offenen Brief ab.
Server in Limburg beschlagnahmt

Zahlungen nahm der Betreiber von Virtualine in Bitcoin entgegen. Die Gelder sollen zwar im Anschluss gewaschen worden sein, die Sicherheits- und Blockchain-Experten von Chainalysis und TRM Labs konnten die Zahlungsadressen der Kunden aber direkt mit bekannten Hackergruppen, Darknet-Marktplätzen, Phishing-Plattformen und anderen Anbietern und Nutzern illegaler Dienste in Verbindung bringen.

Das FBI hat nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft die Hauptdomain von Virtualine beschlagnahmt. In Europa sollen zudem mehrere Server und Kryptowährungsbestände des Betreibers sichergestellt worden sein. Die niederländische Polizei übernahm laut eigener Mitteilung die Kontrolle über "Dutzende physische Server" aus einem Rechenzentrum in der niederländischen Provinz Limburg.

Durch die Aktion sollen effektiv "Hunderte virtueller Server" abgeschaltet worden sein. Genaue Zahlen nannte die Polizei diesbezüglich zwar nicht, die Strafverfolger sollen aber auch an Daten von mehr als 3.000 Virtualine-Kunden gelangt sein, welche nun, ähnlich wie bei früheren Beschlagnahmungen dieser Art, für weitere polizeiliche Ermittlungen gegen cyberkriminelle Nutzer des Bulletproof-Hosters verwendet werden sollen

https://www.golem.de/news/schlag-gegen-cybercrime-server-und-daten-eines-bulletproof-hosters-beschlagnahmt-2610-214621.html

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