Independence Posted April 22 Posted April 22 Es war einer der größten Drogenfunde in Bayern in letzter Zeit: In dem kleinen Weinort Abtswind in Unterfranken hat die Polizei 300 Kilo Kokain gefunden. Wieso die drei Angeklagten ihre Taten direkt zum Prozessauftakt gestanden haben. Es sind Szenen wie in einem Krimi: Mehrere Vermummte stehen an einer abgelegenen Lagerhalle. Auf dem Weg dorthin ist ein Auto mit französischem Kennzeichen geparkt. Ein junger Landwirt war gerade auf dem Weg in den Weinberg und hat die Szenerie beobachtet. Ihm ist sie komisch vorgekommen und er hat die Polizei gerufen. Davon hat der 24-Jährige heute am Landgericht Würzburg berichtet. Ihm ist es wohl zu verdanken, dass einer der größten Drogenfunde der jüngsten Zeit in Bayern ans Licht gekommen ist. Drei Männer stehen deshalb seit heute in Würzburg vor Gericht – ein 49-jähriger Schweizer und zwei 26- und 20-jährige Franzosen. Sie sollen geholfen haben, die Drogen von Mexiko nach Deutschland zu bringen. Die Männer müssen sich wegen bandenmäßigen Drogenhandels verantworten und haben ihre Taten direkt gestanden. Drogen aus Mexiko waren in Brückendämpfern versteckt Die Polizei hat die Lagerhalle zunächst nur beobachtet. Sie hatte die Vermutung, dass es hier um die Vorbereitung von Geldautomaten-Sprengungen ging. Als die Polizei die Halle inspiziert hat, hat sie rund 20 Stahlzylinder gefunden. Es handelt sich um Brückendämpfer, die aus Mexiko nach Europa importiert wurden. Sie sollten an eine Scheinfirma in Österreich geliefert werden. Ein Drogen-Spürhund hat angeschlagen. In den Industrieteilen waren 200 Kilo Kokain versteckt – und weitere 100 Kilo in einem Lkw. Anklage: Ingesamt 1,4 Tonnen Kokain geschmuggelt Dieser Fund in dem kleinen Ort an der A3 war offenbar nur die Spitze des Eisbergs. Denn die drei Männer sollen laut Anklage insgesamt 1,4 Tonnen Kokain in Deutschland gelagert und weiterverteilt haben. 900 Kilogramm in der Halle in Unterfranken, weitere 500 Kilo in einer Halle etwas außerhalb von Nördlingen im schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Die Beteiligten haben sich heute auf eine sogenannte Verständigung geeinigt. Die sieht vor, dass die Angeklagten eine mildere Strafe bekommen, wenn sie ein Geständnis ablegen. Je nach Schwere der Tat war die Rede von Haftstrafen von vier bis elf Jahren. Daraufhin haben die Männer ihre Taten eingeräumt. 20-jähriger Angeklagter wurde mit 1.000 Euro Honorar gelockt Der 49-jährige Hauptangeklagte soll die Verteilung der Drogen organisiert haben. Die anderen beiden sollen als Fahrer und Sicherheitsmann eingeteilt gewesen sein. Damit ist klar: Die echten Drahtzieher und Hintermänner des Großdeals sitzen wohl nicht in Würzburg auf der Anklagebank. Der 20-Jährige hat heute als Einziger ausführlicher ausgesagt. Er gab an, von einem Freund zu dem Job in Deutschland überredet worden zu sein. 1.000 Euro Honorar und ein schnelles Auto hätten ihn gelockt. Seinen Auftraggeber habe er nicht kennengelernt. Weitere Namen wolle er aber auch aus Angst um die eigene Sicherheit und die seiner Familie nicht preisgeben. Urteil soll Ende April fallen Für den Prozess sind in der kommenden Woche noch zwei weitere Verhandlungstage angesetzt. Am kommenden Montag sind weitere Zeugen geladen. Auch der Hauptangeklagte hat angekündigt, eine Erklärung abzugeben. Ein Urteil könnte am 29. April fallen. Quelle: https://www.br.de/nachrichten/bayern/300-kilo-kokain-in-unterfranken-angeklagte-gestehen-taten,VHLZuPe 4 Quote
Jay Posted April 22 Posted April 22 Ich hätte es für 500 Euro und einen Golf getan 3 Quote I N L O V I N G M E M O R Y O F
Independence Posted April 22 Author Posted April 22 7 minutes ago, V2by4 said: Ich hätte es für 500 Euro und einen Golf getan Dies glaube ich jetzt nicht wirklich. 2 Quote
Independence Posted April 29 Author Posted April 29 Update 29.04.2026 Rund neun Monate nach dem Fund einer enormen Menge Kokain in Unterfranken hat das Landgericht Würzburg drei mutmaßliche Drogenkuriere zu Haftstrafen verurteilt. Die Angeklagten hatten im Prozess die ihnen vorgeworfenen Taten im Wesentlichen eingeräumt. Im Fall von umfassenden und glaubwürdigen Geständnissen hatte die Jugendkammer zuvor einen Strafrahmen für die 20, 26 und 49 Jahre alten Männer in Aussicht gestellt. Das Gericht verhängte am dritten Verhandlungstag Freiheitsstrafen: 10 Jahre für den 49-Jährigen, 7 Jahre für den 26 Jahre alten Angeklagten und 4 Jahre Jugendstrafe für den jüngsten Verdächtigen. Das Urteil erging wegen Beihilfe zum bandenmäßigen Handeltreiben mit Betäubungsmitteln. Es ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte für den ältesten Angeklagten 11 Jahre Haft gefordert, 8 Jahre für den 26-Jährigen sowie 5 Jahre und 8 Monate Jugendstrafe für den 20-Jährigen. Die Verteidiger hatten sich für neuneinhalb und sechseinhalb Jahre Haft für die beiden älteren Angeklagten ausgesprochen sowie für eine Bewährungsstrafe nach Jugendstrafrecht für den 20-Jährigen. Drogen im Millionenwert Die Verdächtigen - zwei Franzosen und ein Schweizer - sollen zusammen mit noch unbekannten Komplizen dafür verantwortlich sein, dass rund 1,4 Tonnen Kokain nach Deutschland gelangten. Allein im unterfränkischen Abtswind waren im vergangenen Sommer 300 Kilogramm Kokain gefunden worden - im Wert von ungefähr 15 Millionen Euro. Hintermänner unbekannt Bisher noch unbekannte Bandenmitglieder sollen in Mexiko zwischen 100 und 300 Kilogramm hochreines Kokain in Hohlräume von stählernen Brückendämpfern verbaut haben. Diese sollten an eine Scheinfirma in Europa transportiert werden. Den Ermittlern zufolge sollen hierfür bundesweit mehrere Lagerhallen angemietet worden sein, unter anderem in Abtswind (Landkreis Kitzingen). Dort sollen die Brückendämpfer geöffnet und das Kokain entnommen worden sein. Die Anklage geht von einer Kokain-Menge von 1,4 Tonnen aus, die so nach Deutschland gelangte. Quelle: https://www.antenne.de/nachrichten/bayern/haftstrafen-im-prozess-um-riesigen-kokain-fund 1 Quote
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