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Ehepaar gesteht Millionendiebstahl aus Parkautomaten. - - - 05.05.2026


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Mehr als 1,9 Millionen Euro soll das Paar seit dem Jahr 2015 aus Parkscheinautomaten in Kempten gestohlen haben – und nicht nur die Bürger der Stadt fragen sich seit den Verhaftungen im November: Wie konnte es über Jahre nicht auffallen, dass solch enorme Summen abgezweigt werden? Den umfangreichen Aussagen der Angeklagten jedenfalls ist zu entnehmen, dass im für die Leerung der Parkautomaten zuständigen Bauhof die Dokumentationspflichten nicht allzu ernst genommen wurden.

Um 1,34 Millionen Euro geht es zum Prozessauftakt. Diesen Betrag sollen die Angeklagten zwischen 2020 und 2025 entwendet haben. Der restliche, davor entstandene Schaden ist bereits verjährt, soll aber von der Justiz ebenfalls eingezogen werden. Die große Frage im Vorfeld des Prozesses, wie der Bauhofmitarbeiter all die Jahre an den Schlüssel zur Öffnung der Geldkassetten rankommen konnte, beantwortete der Angeklagte recht simpel: „Die Schlüssel konnte sich jeder aus dem Tresor nehmen.“

Der 40-Jährige sagt umfangreich aus, er antwortet detailliert auf Nachfragen des Gerichts. Demnach hat er zunächst öfter etwas Kleingeld aus sogenannten Münzstaus mit nach Hause genommen. Bis sich die Beträge immer weiter steigerten. „Irgendwann war es ein Selbstläufer, eine Spirale.“

Mittwoch sei der reguläre Tage gewesen, an dem die Mitarbeiter des Bauhofs die Parkscheinautomaten entleerten. Immer am Dienstagabend, erläuterte der Angeklagte, habe er im Computersystem nachgesehen, welche Automaten mit mehr als 800 Euro gefüllt seien, diese wurden geleert. An den übrigen Wochentagen sei er aber auch zu Automaten gefahren, die eine Störung hatten.

Gerade bei der Reparatur der Störungen habe er immer wieder Automaten entleert, das Kleingeld gemeinsam mit seiner Frau dann in Säcken zur Bank getragen oder in sogenannten Coinstar-Automaten von Supermärkten eingezahlt, um dafür Wertbons zu erhalten. Die Quittungen der Parkscheinautomaten habe er weggeworfen – womit das Geld nie eingebucht worden sei.

Als Zeugen geladene, weitere Bauhofmitarbeiter können sich nicht erklären, wie der Angeklagte dauerhaft an einen Schlüssel gelangen konnte, mit der man die Geldkassetten öffnet. Einfach aus dem Tresor zu entnehmen waren sie demnach wohl nicht. Die Frage bleibt im Prozess zunächst ungeklärt. Fehlbeträge aus den Automaten seien auch ab und an aufgefallen, selbst die örtliche Sparkasse habe von dem angeklagten Paar Erklärungen verlangt, wieso immer wieder Münzgeld eingezahlt wird. Der Bankmitarbeiter, erzählt der Angeklagte, habe sich jedoch mit Ausflüchten zufriedengegeben.

Dass die Quittungen von den Entleerungen der Parkscheinautomaten eine fortlaufende Nummerierung haben, ist im Bauhof erst nach den Verhaftungen der Angeklagten aufgefallen. Hätten diese Nummerierungen dokumentiert werden müssen, wäre der jahrelange Diebstahl bald aufgefallen, so aber bemerkte niemand, dass Geld und Quittungen schlicht fehlten und nie ins Computersystem gelangten.

Quelle:   https://www.sueddeutsche.de/bayern/kempten-gericht-prozess-parkautomaten-betrug-li.3478633

Archive: https://archive.is/9LkoJ

Man stelle sich vor man müsste das Geld wie früher noch rollen bevor man es bei der bank abliegrn kann.:classic_ohmy:

Die einzig wahre Weisheit besteht darin, zu wissen, dass man nichts weiß

Sokrates 

Begründer der Philosophie

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