Guten Morgen,
Den abgebildeten Aufbau würde ich nicht unverändert übernehmen. Einige Punkte bringen wenig oder können Probleme verursachen:
LUKS innerhalb der VM plus VeraCrypt um das VM-Laufwerk ist meist unnötige Doppelverschlüsselung.
Eine andere Zeitzone in der VM garantiert keine Anonymität und kann sogar auffällig sein.
„Vier Hops“ bedeutet nicht automatisch vier unabhängige Schutzschichten.
Signal in einer VM schützt nicht vor Metadaten, Telefonnummern oder einem bereits kompromittierten Konto.
Snapshots beseitigen nicht sämtliche Fingerprints oder Spuren.
Kein Aufbau macht einen Laptop „uneindringbar“.
Sinnvoller Grundaufbau:
- Fedora KDE mit vollständiger LUKS-Verschlüsselung
- Secure Boot, aktuelle Firmware und starkes Benutzerkennwort
SELinux im Enforcing-Modus
- Firewall und automatische Sicherheitsupdates
- KVM/virt-manager mit getrennten VMs
- VPN mit Kill-Switch auf dem Host
Separater VPN in einer VM nur, wenn das Bedrohungsmodell das wirklich erfordert
- Whonix für Tätigkeiten, die ausdrücklich über Tor laufen sollen
Getrennte Konten, Browserprofile und Identitäten
- Verschlüsselte Backups und ein dokumentierter Wiederherstellungsplan
Auch technisch enthält das Buch fragwürdige Punkte:
Der Befehl zum Setzen der drop-Standardzone macht nicht automatisch jede aktive Schnittstelle sicher.
Die Aussagen zur Fedora-Partitionierung und zu /boot stimmen nicht zuverlässig für alle aktuellen Installationsvarianten.
curl … | sudo bash ist in einer Sicherheitsanleitung keine gute Standardmethode.
Die VeraCrypt-, Eigentümer- und SELinux-Konfiguration unter /home kann mit aktuellen libvirt-Versionen zu Berechtigungsproblemen führen.
Snapshots ersetzen keine Backups. Wer ständig auf eine alte Basis zurückrollt, kann außerdem Sicherheitsupdates wieder verlieren.
Eine vom Host kompromittierte Installation kann grundsätzlich auch die darauf laufenden VMs kontrollieren.
Für deinen vermutlich normalen Privacy-/Security-Einsatz würde ich diesen Aufbau wählen:
flowchart TD
H["Fedora KDE Host<br/>LUKS · SELinux · Secure Boot"] --> V["Host-VPN<br/>Kill-Switch"]
V --> W["Work-VM<br/>normales Arbeiten"]
V --> M["Messaging-VM<br/>Kommunikation"]
V --> X["Whonix Gateway + Workstation<br/>nur Tor-Aktivitäten"]
Dazu:
Fedora KDE mit LUKS.
Host vollständig aktualisieren und absichern.
Einen seriösen VPN-Anbieter mit Kill-Switch verwenden.
KVM/libvirt installieren.
Eine Work-VM und bei Bedarf eine Messaging-VM anlegen.
Keine Hostfreigaben und keine unnötigen VM-Geräte.
Whonix exakt nach der offiziellen KVM-Anleitung installieren.
Snapshots als Wiederherstellungshilfe verwenden, nicht als Anonymitätsgarantie.
Separate Browserprofile, Konten und Identitäten verwenden.
Verschlüsseltes Backup auf einem getrennten Datenträger.
Whonix weist selbst darauf hin, dass VPN-plus-Tor nicht pauschal sicherer ist und nur anhand des Bedrohungsmodells gewählt werden sollte. Die Konfiguration muss außerdem wirklich „fail closed“ sein.
So dachte Ich mir das.
Ideen und Anpassungen gerne gesehen 😊
LG moby