Wenn es stimmt, was die Ermittler herausgefunden haben, dann würde es sich wohl um eine der größten Kokainmengen handeln, die jemals Berlin erreicht hätte.
20 Tonnen Kokain aus Brasilien sollten im Jahr 2020 auf den Berliner Markt gespült werden! Verkaufswert geschätzt: 1,5 Milliarden Euro! Auf der Straße ließen sich damit – je nach Reinheitswert – bis zu 4 Milliarden Euro erzielen. Summen, bei denen auch hart gesottenen Ermittlern schwindelig geworden sein dürfte.
Verantwortlich dafür soll laut Berliner Drogenermittlern und nach Auskunft der Berliner Generalstaatsanwaltschaft der heute 40-jährige B. A. aus dem Umfeld der Rockerbande „Hells Angels Potsdam“ sein. Er sitzt zurzeit im Maßregelvollzug in Berlin. In einer anderen Strafsache ist er durch das Landgericht Berlin ebenfalls schon wegen Drogenschmuggels verurteilt worden – 2022 zu neun Jahren und zwei Monaten Knast.
Jetzt also eine weitere Anklage: Die Ermittler sind allerdings nicht sicher, ob dieser Giga-Deal mit bislang unbekannten Strippenziehern wirklich über die Bühne ging.
Fahnder knacken „Sky-ECC“-Chat-Handy
Die Drogenfahnder sind dem Angeklagten über entschlüsselte Gesprächsverläufe auf seinem „Sky-ECC“-Chat-Handy“ auf die Spur gekommen.
Diese und auch die sündhaft teuren „Encro-Chat“-Krypto-Handys waren unter Drogendealern bis 2020 sehr beliebt, weil die Ermittler sie nicht abhören konnten. Doch als diese Mobiltelefone mithilfe von „Spy-Ware“ geknackt wurden, konnten hunderte Drogendealer ermittelt werden.
Auf jeden Fall soll die „Berlin-Brasilien-Connection“ schon konkret Gestalt angenommen haben: Als sicher gilt jedenfalls, dass der 40-Jährige 200.000 Euro erhielt, um die Logistik rund um die in Reislieferungen versteckten Riesenmengen an Drogen aufzubauen. Mit Lagerhallen, die über Scheinfirmen von B. A. angemietet wurden.
Geplant war, so sind sich die Ermittler sicher, das Kokain über den Hamburger Hafen nach Berlin zu bringen.
Als „Statthalter“ für den Berliner Markt lagen Abwicklung und Vertrieb der Drogengeschäfte laut entschlüsselter Handy-Aufnahmen allein bei B. A.. Zum Test, ob die Schmuggelkette funktioniert, sollte eine 300-Kilo-Lieferung auf den Weg gebracht werden, so ist es in den Chats besprochen worden.
Nach erfolgreichem Testlauf sollten „jeweils mindestens 1000 Kilogramm“ folgen. So teilte es die Berliner Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. „Insgesamt waren mutmaßlich 10 bis 20 Sendungen als Reislieferungen über den Hamburger Hafen geplant“.
Ob es wirklich zur Testlieferung und danach zur Lieferung von bis zu 20 Tonnen Kokain gekommen ist, konnte bislang nicht mehr ermittelt werden. Drogen seien zumindest nicht sichergestellt worden, so der Sprecher der Ermittlungsbehörde.
Zumindest reichen die Beweise, um den Drogenschmuggler „unter anderem wegen gemeinschaftlichen bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ anzuklagen, so Staatsanwalt.
Weshalb B. A. aktuell im Knast für psychisch kranke, oder drogenabhängige Straftäter sitzt, war zunächst nicht zu erfahren.
Quelle: https://www.bz-berlin.de/polizei/20-tonnen-koks-sollten-aus-brasilien-geschmuggelt-werden
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