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  1. Auf Empfehlung von @ BullDDoser stelle ich meine Fragen direkt an die Community: Aktuelles Setup: Home-OS (Debian) -> VPN1 -> Guest-OS über KVM (Windows 11) -> VPN2 -> Anti-Detect-Browser mit SOCKS-Einbindung Vor allem die Anti-Detect-Browser bezogen auf die Proxies und DNS-Server machen mir da aber je nach verwendetem Programm Probleme. Ich liste chronologisch auf, was ich bisher versucht habe und wo die Probleme sind. Konkret möchte ich wirklich saubere Fingerprints/User-Agents und damit die Möglichkeit, diverse Accounts (PayPal, Klaz, facebook, markt, ...) zu erstellen. Eine Static-IP sollte einer dazugehörigen Identität entsprechen. Vielleicht kann mir der ein oder andere mit seiner Expertise helfen :) Für die Übersichtlichkeit: Probleme sind ORANGE markiert. Daraus Resultierende Fragen stehen unterhalb der Abschnitte, sind durchnummeriert und ROT. Bisherige Erkenntnisse sind GRÜN (in der Hoffnung, dass es einem anderen Bruder hilft). Erster Versuch: Kein Antidetect-Browser genutzt, stattdessen nur das PIAProxy-Programm mit einem von dort erworbenem deutschen Static-Proxy. Meine ersten Registrierungen habe ich dann direkt über Mozilla Firefox versucht. Allerdings gab es einen DNS-Leak, der auf HongKong (1 Eintrag) verwiesen hat. Markt.de z.B. hat das sofort erkannt und meinen Account unmittelbar nach der Registrierung mit der Begründung gesperrt, dass außerhalb Deutschlands keine Accounts erstellt werden dürfen. Den DNS-Server auf Cloudflare (1.1.1.1) zu stellen hat zudem nichts bewirkt (weder auf der Windows-Maschine noch im Browser direkt) - der DNS-Leak ist nicht verschwunden. Das PiaProxy-Programm habe ich daraufhin wieder deinstalliert, da mir das Konzept von Anti-Detect-Browsern mit mehreren gleichzeitig nutzbaren Profilen sowieso besser zusagt. Außerdem ist man so nicht von einem Anbieter abhängig und kann besser skalieren. 1. Wieso gab es trotz der manuell geänderten DNS-Adresse in den Windows-Einstellungen und im Browser einen Leak? WebRTC - bevor die Vermutung aufkommt - war deaktiviert. Zweiter Versuch: AdsPower Browser installiert und einen deutschen Static-Proxy bei PingProxies erworben. Die Einrichtung hat ziemlich einfach klappt, allerdings gab es auch mit dem AdsPower Browser DNS-Leaks. Bei dem DNS-Leak gab es sage und schreibe 45(!) Einträge zur besagten IP. Allesamt haben auf Google UK verwiesen - u.a. mit Inhalten wie z.B. "ARIN - abuse" und ähnlichem. Wirkt auf mich so, als wären bestimmte Adressen wohl kompromittiert?! Eine Einstellung zum Ändern des DNS-Servers habe ich im "Überprogramm" (also da, wo man die einzelnen Profile erstellt) des AdsPower Browsers nicht finden können. Wenigstens habe ich damit noch keinen Registrierungsversuch mit dieser IP gewagt. Das Ändern des DNS-Servers direkt im geöffneten Browser hat ebenfalls nichts gebracht. 2. Sind bestimmte Static-IPs (vollständig) kompromittiert und somit nicht nutzbar? Falls ja, woher kann man saubere Static-Proxies beziehen? Dritter Versuch: Linken Sphere 2 installiert und siehe da, man kann doch (irgendwie) den DNS-Server eines Proxies ändern. Bei der Profilerstellung war der gewünschte DNS-Server konkret auswählbar und es hat funktioniert. Die Static-IP-Adresse mit den zuvor 45 DNS-Einträgen war plötzlich bei einer Handvoll, die alle wie gewünscht auf deutsche Cloudflare-Adressen verwiesen haben. Die gängigen DNS-, Fingerprinting- und sonstigen Tests waren diesmal sauber. Daraufhin habe ich mit der Accounterstellung begonnen, allerdings mit (für mich) sehr komischen und unklaren Ergebnissen: GMX und web.de haben keine Registrierung für eine E-Mail-Adresse zugelassen. Ich wurde lediglich auf eine Seite verwiesen, die mehrere mögliche Gründe genannt hat (https://hilfe.gmx.net/kundenservice/flexreg.html). Markt.de hat erneut erkannt, dass mit der IP etwas nicht stimmt. Die Begründung war dieselbe wie bei meiner ersten Static-IP: Keine Accounts außerhalb Deutschlands. Ein Hotmail-Konto konnte problemlos erstellt werden. Ein PayPal-Konto konnte erstaunlicherweise ebenfalls erstellt werden. ABER: Der Browser in Linken Sphere 2 macht massive Probleme und das vor allem auf der PayPal-Website. Bei den Entwicklertools bekomme ich unter "Issues" fast immer folgende Page Error zu sehen: "Content Security Policy of your site blocks the use of 'eval' in JavaScript`" In der Konsole finden u.a. folgende kritische Fehlermeldungen: [Violation] Permissions policy violation: unload is not allowed in this document. Hash of blocked script: "eval-sha256-xN....................=". GET data:image/svg+xml;base64,undefined net::ERR_INVALID_URL Leider kann ich in Linken Sphere 2 keinen anderen Browser als den Chromium-basierten nutzen, da ich keine Premiummitgliedschaft habe und es mir das Geld nicht wert ist. Daher kann ich nicht genau sagen, ob das Problem auch bei den anderen integrierten Browsern auftritt. Die genannten Fehlermeldungen treten (mal mehr, mal weniger) auf fast jeder Webseite auf, nur ist bisher keine andere Seite dadurch auch nur ansatzweise so unbenutzbar wie PayPal geworden. Auch das Erstellen weiterer Profile mit variierenden Einstellungen hat das Problem nicht behoben. 3. Warum erkennen manche Webseiten trotz der positiv ausgefallenen Tests (DNS, FIngerprint, WebRTC, ...) ein Problem? Wie viel Aussagekraft haben diese Tests dann überhaupt und welche Aspekte übersehe ich hier möglicherweise? 4. Was sagen die Fehlermeldungen in den Entwicklertools genau über den Browser aus? Wo könnte die Quelle des Problems konkret sein? 5. Welcher Anbieter für Anti-Detect-Browser mit DNS-Settings ist empfehlenswert? Ich bedanke mich bereits im Voraus für die aufgebrachte Aufmerksamkeit und alle hilfreichen Antworten!
  2. BVerfG stoppt Internet-DNS-Über­wa­chung als Ermitt­lungs­in­stru­ment Rund 5 Millionen Anfragen pro Sekunde gehen bei den DNS-Servern ein. Foto: jamdesign - stock.adobe.com Strafverfolgungsbehörden wollten schon beim Aufrufen einer Internetadresse ansetzen und DNS-Anfragen massiv auswerten. Fachgerichte billigten die damit einhergehende Massenüberwachung. Doch nun stoppt das BVerfG die neue Überwachungstaktik. Jedenfalls einstweilen dürfen Telekommunikationsdiensteanbieter in strafrechtlichen Ermittlungsverfahren nicht dazu verpflichtet werden, alle Domain Name System (DNS)-Server-Anfragen zu einem bestimmten mutmaßlich inkriminierten Server zu überwachen und auszuwerten. Das hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) im Wege einer einstweiligen Anordnung gemäß § 32 Abs. 1 Bundesverfassungsgerichtsgesetz (BVerfGG) entschieden (Beschl. v. 25.11.2025, Az. 1 BvR 2317/25). DNS-Server-Systeme funktionieren ähnlich wie eine Telefonvermittlung: Der Benutzer kennt die Domain (den für Menschen merkbaren Namen eines Rechners im Internet) – zum Beispiel www.lto.de. Diese sendet er als Anfrage in das Internet, wo die Domain dann vom DNS in die zugehörige IP-Adresse (die "Anschlussnummer" im Internet) umgewandelt wird – zum Beispiel eine aus einem Zahlencode bestehenden IP-Adresse (etwa "192.0.2.42") – und führt so zum richtigen Rechner. Ermittler könnten so also potentiell detaillierte Informationen über das Verhalten von Betroffenen im Internet erlangen. Die Anbieter hatten sich an das BVerfG gewandt, nachdem das Amtsgericht (AG) Oldenburg sie auf Basis der Telekommunikationsüberwachung gemäß §§ 100a Abs. 1, 100e Strafprozessordnung (StPO) mehrfach zur Überwachung und Aufzeichnung der DNS-Anfragen über die bereitgestellten Netzwerkinfrastrukturen zu dem Serversystem nebst Übermittlung der zur Identifizierung der Anschlussinhaber erforderlichen Kundendaten an die Strafverfolgungsbehörden verpflichtet hatte. Offen blieb, um welche Straftaten es konkret geht, wobei § 100a Abs. 2 Strafprozessordnung (StPO) insoweit diverse Katalogtaten aus verschiedensten Deliktsbereichen benennt. Der zunächst beim Oldenburger Landgericht ersuchte Rechtsschutz blieb erfolglos. Dadurch sahen sich die Beschwerdeführer insbesondere in ihren Grundrechten aus Art. 2 Abs. 1, Art. 10 Abs. 1 und Art. 12 Abs. 1 Grundgesetz (GG) verletzt. Jedenfalls nach summarischer Prüfung zurecht, so 2. Kammer des Ersten Senats, die deshalb die begehrte einstweilige Anordnung erließ. Es geht um monatlich 12,96 Billionen Anfragen Ausgangspunkt hierfür ist § 32 Abs. 1 BVerfGG. Demnach kann das BVerfG einen Zustand durch einstweilige Anordnung vorläufig regeln, wenn dies zur Abwehr schwerer Nachteile, zur Verhinderung drohender Gewalt oder aus einem anderen wichtigen Grund zum gemeinen Wohl dringend geboten ist. Ist der Ausgang des Hauptsacheverfahrens – wie hier – offen, ist eine Folgenabwägung vorzunehmen. Abgewogen werden einerseits die Folgen, die eintreten würden, wenn die einstweilige Anordnung nicht erginge, die Verfassungsbeschwerde aber später Erfolg hätte, gegenüber den Nachteilen andererseits, die entstünden, wenn die begehrte einstweilige Anordnung erlassen würde, der Verfassungsbeschwerde aber der Erfolg zu versagen wäre. Das Verfassungsgericht berücksichtigte, dass die Beschwerdeführer erheblichen organisatorischen und personellen Aufwand betreiben müssten, um ihre DNS-Server-Systeme den Beschlüssen des AG Oldenburg entsprechend anzupassen. Sodann müssten sie alle an ihre DNS-Systeme gerichteten Anfragen seitens ihrer 40 Millionen Kunden inhaltlich daraufhin auswerten, ob sie die Adresse des inkriminierten Servers – das heißt jenen, der Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens ist – abfragen. Entsprechende isolierte Anfragen müssten dann mit eventuell vorhandenen Bestandsdaten der betroffenen Kunden an die Ermittlungsbehörden weitergegeben werden. Das war im Wesentlichen der Inhalt der ermittlungsrichterlichen Beschlüsse. Pro Monat gibt es auf die in Rede stehenden DNS-Systeme rund 12,96 Billionen Anfragen (also etwa fünf Millionen DNS-Server-Anfragen in der Sekunde). Hintergrund ist, dass hierzu unter anderem World-Wide-Web-Seitenaufrufe gehören, aber auch das Versenden von E-Mails. Aus Sicht des BVerfG ist folglich davon auszugehen, dass große Teile der heutigen Internetnutzung nur durch DNS-Dienste möglich sind. Andererseits sei weder ersichtlich, dass die hier konkret verfolgten Delikte besonders schwer wögen, noch dass "die Ermittlung des Sachverhalts mit anderen Ermittlungsmethoden nicht ebenso erfolgsversprechend sein könnte". Daher trete das Interesse mit der DNS-Abfrage Straftaten aufzuklären insoweit zurück. BVerfG verweist auf andere Ermittlungsmethoden In der Vergangenheit hatte es entsprechende Überwachungsmaßnahmen nicht gegeben, die Gerichte bewegen sich insoweit auf neuem Terrain. Grund für die einstweilige Anordnung ist insbesondere ein drohender irreversibler Reputationsverlust, den das BVerfG auf Seiten der Beschwerdeführer sieht. "Aufgrund der Neuartigkeit der angeordneten Maßnahme wäre von einer kritischen Kenntnisnahme der Öffentlichkeit, Medien und der betroffenen Kundinnen und Kunden auszugehen." Außerdem sieht das BVerfG zulasten der Kunden massenhaften Eingriffe in das Fernmeldegeheimnis (Art. 10 Abs. 1 GG), wogegen wohl kaum ernsthafte Rechtsschutzmöglichkeiten bereit stehen würden. Die einstweilige Anordnung gilt bis zur Entscheidung des Hauptsacheverfahrens, längstens aber sechs Monate. Die Erfolgsaussichten der Verfassungsbeschwerde im Hauptsacheverfahren bewertet das BVerfG als "mindestens offen" – ob es dann beim Ergebnis der Folgenabwägung bleibt, liegt aber durchaus nahe. Quelle
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